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Es geht derzeit heiß her im höchsten Amt der Bundesrepublik Deutschland. Der Haussegen hängt schief. Dem Bundesadler zerzaust der Gegenwind aus allen Richtungen das stolze Federkleid. Ja, in Bellevue geht ein Gespenst um. Das Schlossgespenst namens Kreditaffäre, freundlichst animiert unter anderem von Kai Diekmann.

Wie albern wäre es denn, jetzt, nach Wochen und Monaten der politischen, polemischen und populistischen Debatten um das Amt und dem ihm innewohnenden Ruf des Bundespräsidenten, auch noch einen politischen Kommentar zu verfassen? Ja, sehr albern, auch wenn es zugegebenermaßen schon in den Fingern juckt. Aber es soll ja mehr oder weniger um – damit mir Linguisten nicht den Kopf abreissen – allgemeine Semantik gehen. Oder plakativer ausgedrückt: um den Sinn und Unsinn von Wortgebilden.

Kreditaffäre!

Das klingt bedeutungsschwanger und schreit geradezu in roten BILD-Lettern: SKANDAL!

Banken, Zinsen, Geld, Geheimnisse, Betrug, anrüchig, schmutzig, Sex.

Lustig eigentlich die Vorstellung, dass sich, pauschal gesprochen, die Gesellschaft in zwei Gruppen einteilen lässt, deren Klimax-Antiklimax-Pole ihrer Erregungskala ob dieser sieben Assoziationen sich diametral gegenüber stehen. Zum Glück lässt sich im aktuellen Fall „Banken“ durch „Privatpersonen“ ersetzen. Das lässt wenigstens einen kausalen Ringschluss zu. Denn „Sex“ und „Privatperson“ passt doch besser zusammen als „Sex“ und „Bank“.
Womit eigentlich auch wieder der Sinn der semantischen Analyse als bewiesen angesehen werden kann. Denn einigen wir uns nicht vorher darauf, dass wir unter Bank ein Kreditinstitut und keine Sitzgelegenheit meinen, erscheinen die verbindenden Präpositionen „auf“ oder „unter“ im Zusammenhang mit „Sex“ und „Bank“ doch noch recht plausibel.

Wobei ich unserem Bundespräsidenten auf keinen Fall unterstellen möchte, dass er sich den von einer Freundin der Familie gewährten Millionenkredit auf irgendeine Art und Weise „erkauft“ hätte. Das klänge ja fast wie bei Demi Moore und Robert Redford in „Ein unmoralisches Angebot“. Hach ja, da ist sie auf einmal, die Moral und damit die Versuchung, doch noch in einen politischen Kommentar abzudriften. Zusammenreissen und weiter mit der Semantik!

Was steckt nun also drin in der Kreditaffäre? Klar: Kreditaffäre = Kredit + Affäre!

Ein Kredit, das würde die „Sendung mit der Maus“ erklären, ist ja nichts anderes, als sich von jemandem Geld zu borgen und das Versprechen abzugeben, es auch zurückzuzahlen. Klar, als Dankeschön natürlich ein bisschen mehr Geld als ursprünglich geborgt – oder eine Schachtel Merci.

Aber was bedeutet der Begriff selber? Den Kredit kennt man bereits im Mittelalter und, wen wundert es, er kommt natürlich mit Umwegen über Italien und Frankreich aus dem Lateinischen und geht auf „credere“ zurück, auf „glauben, vertrauen“. Das kennen wir auch vom Kredo, dem Glaubensbekenntnis. Die Kreditaffäre ist also eine Glaubensaffäre!

Also kann die Assoziationskette doch gleich erweitert werden:

Kirche, Religion, Glaube, Banken, Zinsen, Geld, Geheimnisse, Betrug, anrüchig, schmutzig, Sex!

Wahnsinn, schließt sich hier die Kette zum Kreis, dann gäbe es aber wieder viel zu diskutieren. „Kirche“ und „Sex“. Das schreit ja geradezu nach neuen alten Skandalen. Aber die Missbrauchsfälle sind ja zum Glück alle aufgeklärt.

Der Glaube, auf den der Begriff Kredit zurückgeht, ist natürlich nicht der Glaube an Gott (der sich aber sicherlich über Abschweifungen zum protestantischen Arbeiterethos damit auch verbinden lässt), sondern eher der Glaube in die Vertrauenswürdigkeit der Person, der Geld geliehen wird. Das ist doch super! Der Gläubiger verleiht also in diesem Sinne dem Schuldner gleich einen doppelten Kredit. Zum einen in monetärer Form, zum anderen einen Vertrauenskredit. Und – zumindest im Mittelalter – das ganze ohne Ratingagentur!

Jetzt aber zum Sex und zur Affäre!

Und da kommt es auch leider schon zur Enttäuschung. Denn ursprünglich hat der Begriff rein gar nichts mit einem Seitensprung zu tun. Das lässt sich schon recht eindringlich darstellen, wenn man an den Begriff der Staatsaffäre denkt. Stellen Sie sich doch einfach mal Angela Merkel vor. Wohlwissend, dass die First Lady, Carla Bruni, gerade ein Publikum mit ihren Chansons erfreut, bewegt sie sich, lediglich umhüllt von einem fast transparenten CDU-schwarzen Negligé, mit einer Flasche Rotkäppchen halbtrocken hinter ihrem aufreizenden Rücken, mit staatsweiblichem Hüftschwung durch einen Flur des Palais de l’Élysée geradewegs auf das Schlafgemach des, sich auf seinem Bett in sportlicher Retroshorts rekelnden und seine Brustwarzen mit einem Eiswürfel stimulierenden, Nicolas Sarkozy zu.

Der Gedanke an Sex ist auch Ihnen vergangen? Ganz recht! So sehr dieses Beispiel einer Allegorie der Asexualität gleicht, so wenig hat der Begriff Affäre auch wirklich in seiner ursprünglichen Bedeutung mit Sex zu tun. Über das Altfranzösische „à faire“ hat wiederum ein lateinischer Ausdruck Einzug in die deutsche Sprache erhalten. „Facere“ heißt so viel wie „machen, tun, ausüben, handeln“. Daher ist die Affäre auch nichts anderes als eine „Angelegenheit“ oder ein „Vorfall“.

Für die Kreditaffäre bedeutet das also, dass wir mittlerweile von einer Glaubensangelegenheit sprechen können. Die Ironie, dass es sich dabei um einen Christdemokraten handelt, sei nur am Rande erwähnt. Eine Glaubensangelegenheit also. Das mag tatsächlich eine passende Herleitung sein, wenn man die Etymologie, also die Herkunftsgeschichte von Ausdrücken, und den Sachverhalt, Privatperson leiht anderer Privatperson Geld, bedenkt. Doch die Semantik betrachtet glücklicherweise nicht nur die Ursprünge von Begriffen, sondern auch die umgangssprachliche, häufig davon abweichende Bedeutung, die ein solcher Begriff dieser Tage erhalten hat.

Hier ist die Affäre eindeutig, wenn auch mit einem gewissen anerkennenden Wagemut verbunden, eher negativ konnotiert und steht für Seitensprung und Betrug. Und da das Amt des Bundespräsidenten nicht den gleichen Stellenwert hat wie das Ansehen einer Privatperson, die Debatte darüber sowieso in der Öffentlichkeit geführt wird und dort auch hingehört, erhält „Kreditaffäre“ die Wortsalat-Bestnote.

Denn was für den einen eine monetäre Vertrauensfrage sein mag, ist in diesem Kontext nichts anderes als betrogenes Vertrauen.

Etymologie: Deutsches Wörterbuch der Deutschen Sprache. Ein Online-Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 

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Schon so oft durchgekaut. Von jedem kommentiert. Breitgetreten. In offenen Briefen angesprochen. In einer aktuellen Fragestunde behandelt. Karikiert. Ironisiert. Und von manchen einfach kleingeredet.

Dennoch, es geht nicht anders. Auch ich muss etwas dazu loswerden. Wozu? Klar, zum Fall Guttenberg.

Ich bin davon betroffen. Als politisch interessierter Mensch. Als Wissenschaftler. Als Zeitungsleser. Als jemand, der auch durchaus gerne promovieren möchte. Als Demokrat. Aber vor allem als jemand, der dieses Gefühl der Ohnmacht nicht ertragen kann, wenn Unrecht nicht geahndet wird und das auch noch so viel Anklang findet.

Aber keine Angst, ich halte mich kurz.

Im heutigen Tagesspiegel bringt DFG-Präsident Matthias Kleiner auf den Punkt, was die Nichtahndung dieses Plagiatsfalls für die Wissenschaft bedeutet, wenn er sagt: „Wissenschaftler teilen ihre Ideen und Erkenntnisse, sie führen sie gemeinsam weiter, aber sie entwenden sie nicht.“ – Wissenschaft beruhe auf den Prinzipien der Wahrhaftigkeit, der Redlichkeit und des Vertrauens.

Androhungen straf- und zivilrechtlicher Verfolgungen bei Verstößen gegen das Urheberrecht stehen heutzutage höher im Kurs denn je. Doch was für ein Licht wirft die Affäre auf den Wert geistigen Eigentums von Wissenschaftlern? Menschen, die zwecks Mehrung ihres Privatvergnügens illegale Tauschbörsen nutzen, werden natürlich selbst dann belangt, wenn sie sich bei den großen Major Labels entschuldigen und versprechen, ihre illegal erworbenen Kopien zu löschen. Die Rückgabe des Doktortitels und eine Entschuldigung reichen im Fall zu Guttenberg dagegen vollkommen aus. Ist ja auch klar, eine mp3-Sammlung besitzt einen sehr viel größeren Wert als ein lapidarer, erschlichener Doktortitel. Gerade der Aufruf Angela Merkels zu einer Debatte über geistiges Eigentum kann vor diesem Hintergrund nur ein schlechter und dazu noch geschmackloser Scherz sein.

Aber warum sollten wir zu Guttenberg denn auch nicht verzeihen? Er ist ja schließlich der beliebteste und populärste Politiker Deutschlands. Wenn jemand unser Vertrauen verdient, dann doch er. Ein junger Familienvater, politisch engagiert und aktiv, Mandatsträger. Er war einfach übermotiviert. Sagt es ja selber, wenn er davon spricht, die Quadratur des Kreises versucht zu haben. Solche Politiker brauchen wir!

Da bringt es auch nichts, den Soziologen Richard Sennett zu zitieren, der in seinem Buch „Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität“ aus dem Jahr 1977 nicht nur vorausschauend facebook und Co. kommentiert, sondern sich auch Gedanken über das Verhältnis Politiker:Gesellschaft gemacht hat, wenn er eine zeitgemäße Definition von Zivilisiertheit und Unzivilisiertheit vorschlägt:

„Unzivilisiert ist es, andere mit dem eigenen Selbst zu belasten. […] Jeder kennt Menschen, die in diesem Sinne unzivilisiert sind: jene ‚Freunde‘, die stets darauf aus sind, anderen Einlaß in die traumatische Sphäre ihrer alltäglichen Innenwelt zu gewähren, die am anderen nur ein einziges Interesse haben, daß er ihren Geständnissen sein Ohr leiht.“ (Sennett 1977, S. 463)

Und weiter zum Politiker:

„Der charismatische Führer von heute beseitigt jede Distanz zwischen seinen eigenen Empfindungen und Impulsen und denen seines Publikums, und indem er die Aufmerksamkeit seiner Anhänger auf seine Motivationen lenkt, lenkt er sie davon ab, ihn an seinen Taten zu messen. […] Es ist ein Merkmal von Unzivilisierheit, wenn eine Gesellschaft ihren Bürgern das Gefühl vermittelt, ein Politiker sei glaubwürdig, weil er seine eigenen Motivationen zu dramatisieren vermag. Dann wird Politik zur Verführung.“ (ebd. S. 464)

Aber die „Bürger“ finden das alles „gutt so“, wie es das größte deutsche Sprachrohr BILD auszudrücken gewohnt ist. Und hier fängt an die Ohnmacht zu schmerzen und die Grenzen zwischen Demokratie und Medienmacht zu verwischen. Niemand hat das in letzter Zeit so schön und passend in Worte gefasst wie die Sängerin der Band „Wir sind Helden“, Judith Holofernes, die im Bildblog eine Replik auf die Anfrage liefert, ob ihre Band nicht Interesse daran hätte, an der nächsten Werbekampagne für die BILD mitzuwirken:

„Die BILD -​Zeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash-​Kulturgut und kein harmloses “Guilty Pleasure” für wohl­frisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Li­festyle-​Zitat. Und schon gar nicht ist die Bild -​Zeitung das, als was ihr sie verkaufen wollt: Hassgeliebtes, aber weitestge­hend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands.
Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument – nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht be­schreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.“ (Judith Holofernes, 2011)

Mehr braucht man dazu eigentlich nicht mehr sagen.

Eines vorweg: Keine Angst, ob meiner neuen Vaterrolle verkommt dieses Blog jetzt nicht zu einer Ansammlung von Artikeln über Kinder, Kacka und Kurzgeschichten. Des Weiteren werden Sie hoffentlich auch nie Kinderkackakurzgeschichten an und für sich zu lesen bekommen. Wenn doch, dann möchte ich Sie, liebe Leserin und lieber Leser, dazu auffordern, mir rechtzeitig einen Stock zwischen die Speichen zu werfen und mich an das eigentliche Thema dieses Blogs zu erinnern.

***

Ach ja, die lieben Kleinen. Es gibt wohl kaum etwas lebhafteres als die kindliche Fantasie.
Das hab ich mir zumindest sagen lassen. Nicht dass ich da schon wirklich mitreden könnte. Beschränkt sich doch die Kreativität meines kleinen Windelpupsers primär darauf, seinem Titel auf möglichst spektakuläre Art und Weise gerecht zu werden. Glücklicherweise sind seinem Ideenreichtum dabei gewisse Grenzen gesetzt.

Aber was rede ich da. Schließlich war man ja auch selber mal Kind und kann sich sicherlich an so manch famoses Spiel erinnern. Und auch wer sich nicht eines Gedächtnisses rühmen kann, das bis in die frühesten Kindheitsjahre zurückreicht, der kann doch garantiert in direkter Nachbarschaft das eine oder andere menschliche Jungexemplar beim fröhlichen Spiel beobachten.

Räuber und Gendarm, der Klassiker. Immerhin geht es dabei um eine gewisse Form der Gerechtigkeit. Auch wenn sich nach dem Einfangen der Räuber eher selten Gerichtsverhandlungen anschließen und sich die Gendarmerie in ihrer Pflichtausübung auch wohl weniger darum bemüht, zu eruieren, welcher Straftat sich die Gejagten denn schuldig gemacht haben.

Cowboy und Indianer. Da steckt schon eher das Potential drin, vor dem internationalen Gerichtshof für Menschenrechte einen Völkermord zu verhandeln. Ritterspiele jeder Art sind auch beliebt und wer nicht im Besitz kunstvoll geschnitzter Holzschwerter ist, der bedient sich einfach eines Stockes und versucht damit, seine Kontrahenten zu bezwingen. Wer weiß, heutzutage spielt man bestimmt auch „Space Invaders“ oder „Ghetto-Gangster und Cops“.

Alles in allem kommt man nicht umhin festzustellen, dass also nicht gerade die Völkerfreundschaft und der Weltfriede auf kleiner Ebene geprobt werden. Und die Frage drängt sich unweigerlich auf: Was ist denn da los mit der Gewalt im Kinderspiel?

Ich meine, man versucht überall ein Vorbild für die Kinder zu sein. An jeder Ampel, die mir signalisiert, dass meine Füße gefälligst diesseits der Bordsteinkante  zu verharren haben, folge ich dieser Aufforderung, wenn ich ein kleines dickes Kind auf der anderen Straßenseite sehe. Doch dann – die Ampel schaltet um – kreuzen sich unsere Wege in der Mitte der Straße, das kleine dicke Kind spannt Daumen und Zeigefinger auseinander, zielt auf mich und „Peng! Peng! Du bist tot, motherfucka!“. Gut, letzteres entspringt in diesem Fall nur meiner Fantasie. Doch von Verbalprojektilen durchlöchert frage ich mich dann noch einmal: Wo haben unsere Kinder denn diese Gewaltorientierung her?

Steckt das vielleicht in den menschlichen Genen? Gewalt als kulturelles Erbe unserer Spezies. Ich durfte eine Kindheit genießen, die vollkommen frei von Gewalt war. Selbstverständlich im offensichtlichen Sinne frei von Gewalt gegen Kinder, aber auch mit dem Bemühen, jede Auseinandersetzung und Konfrontation mit Gewalt zu vermeiden. Das mag mir heute etwas übertrieben erscheinen, gehört Gewalt doch wohl oder übel zur Welt dazu, doch auf der anderen Seite macht es mich auch Stolz, dass meine Eltern ein so idealistisches Ziel verfolgt haben.

Doch ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich einmal ganz verträumt mit einem kleinen Düsenjet gespielt habe, dessen rote Plastikraketen mit einer Feinmechanikerzange abgeknipst wurden, ehe er meinen kleinen Wurstfingern ausgehändigt wurde. Das Flugzeug flog Manöver, dass die Gs jeden Piloten nur so zerquetscht hätten. „Bamm! Bamm!“, ließ ich zwei laute Kracher ertönen, woraufhin mich mein Bruder ermahnte, dass ich doch wohl wüsste, dass unsere Eltern nicht wollten, dass wir mit Waffen spielten. Glücklicherweise konnte ich mich damit herausreden, dass das doch gar kein Raketenbeschuss war, sondern dass der Düsenjet gerade die Schallmauer durchbrochen hatte – zweimal.

Eigenartig, ich kann mich daran genau erinnern. Aber einfach nicht, wann ich vorher mal einen Kampfflieger gesehen hätte.

Wachsen unsere Kinder seit Generationen ganz direkt mit Gewalt auf? Wir lassen sie in jungen Jahren tatsächlich guten Gewissens Spiele spielen, die Vorgänge simulieren, bei denen es primär darum geht, Gegenstände durch den Körper eines Gegners zu bohren. Und das in einem Alter, in dem Kinder noch kein Verständnis für Moral und Ethik haben. Jugendlichen, die mittlerweile sehr wohl zwischen gut und böse sowie richtig und falsch unterscheiden können, wollen wir dann aber als Moralapostel verbieten, „Killerspiele“ am Computer zu spielen. Während zwei drei Generationen weiter die Gewalt im Schützenverein wieder komplett entmoralisiert und als Kulturgut in der Gesellschaft verankert wird. Da stimmt doch was nicht.

Wie sahen solche Kinderspiele wohl in der Steinzeit aus? Stellen Sie sich doch mal vor, wie Sie im Garten sitzen und die kleine Ubonga aus der Nachbarhöhle mit ihrem süßen Klomp spielen sehen. Herzzerreißend wie die beiden durch die Gegend turnen. Ubonga mit einer zur Klaue verkrampften Hand, in der offensichtlich ein imaginärer aber verdammt schwerer und spitzer Stein liegt, so groß, dass sie ihn kaum umfassen kann und mit dem sie spielerisch versucht Klomps Schädel einzuschlagen. Glucksend fährt ihre Hand herunter und ein johlendes „Krack! Krack! Kopfmus!“ entweicht ihrem schelmischen Grinsen.

Da kann man doch eigentlich nicht anders, als mal Danke zu sagen:

Danke, liebe Rüstungsindustrie! Danke dafür, dass Schweiß, Ideenreichtum und Unmengen Geld investiert wurden, um das Töten zivilisierter und alltagstauglicher zu gestalten!

Wie langweilig wäre doch das Leben, wenn die lieben Kinder auf dem Pausenhof UNO-Vollversammlung spielen würden.

… der Googlefisch?

Veröffentlicht: 11. Oktober 2010 in Gesellschaft, Medien
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Google ist schon richtig toll!

Nein, nein, keine Angst, das wird jetzt kein Beitrag, der sich einreiht in sarkastische Bemerkungen über Datenschutz und übermächtige Unternehmen. Ganz ehrlich: Google ist super.

Ich denke, dass es nicht mehr lange dauern wird und Google avanciert zum sozialwissenschaftlichen Forschungsinstrument Nummer 1, mit gehörigem Abstand gefolgt von Interviews, Experimenten und altbackenen Fragebögen. Vom persönlichen Nutzen mal ganz abgesehen.

So kann man sich mal einen Spaß machen und die Google-Vorschläge ausprobieren. In die Suchmaske vorsichtig einen Begriff eingeben und schauen, was die Suchmaschine als Komplettierung des Begriffes vorschlägt. Die Vorschläge sind natürlich nach den häufigsten Suchanfragen in Zusammenhang mit diesem Begriff geordnet. Was für ein Forschungspotenzial. Denn welcher Sozialwissenschaftler hat sich noch nicht über die sonst aus quantitativen und qualitativen Interviews allzu bekannten Hemmschwellen geärgert, die offensichtlich jedoch ad acta gelegt werden, wenn man alleine am Rechner sitzt und die Suchmaschine füttert.

Probieren wir es doch mal aus. Geben wir einfach bei Google „Deutsche sind“ ein und schauen uns die Vorschläge an. Also:

„Deutsche sind“:

  1. nazis
  2. hässlich
  3. kalt
  4. kartoffeln
  5. nichtmigranten mehr nicht
  6. dumm
  7. arrogant
  8. rassisten
  9. opfer

Faszinierend oder? Da wollten uns Bild und B.Z. immer weiß machen, wir wären Papst, Lena und fast schon Weltmeister, dabei sind wir Deutschen offensichtlich hässliche, kalte Nazis, die Opfer ihrer rassistischen und dummen Arroganz sind.

Probieren wir es weiter:

„Angela Merkel ist“:

  1. tot
  2. spurlos verschwunden
  3. hässlich
  4. he-man

Letzteres sollte sicherlich für das CDU-Wahlkampfmanagement für den nächsten Bundestagswahlkampf mehr als verwertbar sein, allerdings nur, wenn die ersten beiden Vorschläge hoffentlich nicht der Wahrheit entsprechen. Als Gentleman lasse ich den dritten Vorschlag lieber unkommentiert.

Da die Deutschen ja Ländervergleiche mögen, können wir einfach mal fortfahren mit „Amerikaner sind“:

  1. dumm
  2. fett
  3. schweine
    Achtung! Jetzt kommt wirklich bahnbrechendes geographisches Fachwissen, das mit Google auf seine zweifelsfreie Richtigkeit überprüft werden sollte:
  4. europäer
  5. arrogant

Und natürlich, wenn Frau Merkel schon herhalten musste, dann selbstverständlich auch der US-amerikanische Präsident, denn „Obama ist“:

  1. tot
  2. osama
  3. kein amerikaner
  4. präsident
  5. moslem
  6. der antichrist
  7. ein lügner
  8. gebürtiger reutlinger
  9. schweizer

Deutsche und Amerikaner sind also dumme und arrogante Europäer, die von toten Staatsmännern und -frauen regiert werden, die entweder über die Macht von Grayskull verfügen oder verlogene Reutlinger und/oder Schweizer mit direktem Draht zum Teufel sind. Wenn das mal nicht fundiertes Fachwissen für die Bundeszentrale für politische Bildung ist?

P.S.: Das Ganze basiert natürlich auf den deutschsprachigen Suchanfragen. Führt man die Merkel/Obama-Anfrage auf der englischsprachigen Google-Seite durch, dann lernt man, dass Obama auch für die Amerikaner der Antichrist und ein Moslem ist und dass Angela Merkel scheinbar Hitlers Tochter ist.

P.P.S.:  Dass offensichtlich nur negative Vorschläge geliefert werden, sollte auch nicht überinterpretiert werden, denn schließlich gilt „Google ist“:

  1. dein freund
  2. ne missgeburt
  3. doof
  4. schwul
  5. böse
  6. dein bester freund
  7. dumm
  8. eine missgeburt
  9. nicht dein freund

Das hält sich doch fast die Waage!

Das wird nur ein kurzer Eintrag. Das eventuell letzte verbale Aufbäumen der Menschheit. Vielleicht wird es sogar eine der letzten Hinterlassenschaften unserer Zivilisation sein. Denn: Sie und ich, Sie dahinten auch, Sie, Sie und Sie, ja WIR ALLE sind dem Untergang geweiht! Es war ja klar, dass der Klimawandel irgendwann deutlich spürbar zuschlagen wird, aber dass das nun so schnell geht, das ist wirklich hart.

Es wird heiß! Furchtbar heiß!

Über Monate hinweg hat uns die Kälte, die Deutschland fest im Griff hatte, stöhnen lassen. Die unter einem idyllischen Schnee- und Eismantel unsere Straßen massakriert hat. Oh, wie illusorisch, begehrenswert und erfrischend das jetzt klingt: Schnee und Eis! Eis kennt derzeit nur als sofort verdampfende Würfel, wer sich dem flüchtigen Genuss lauwarmer Cocktails hingibt.

Und es wird noch heißer! Heißer vermutlich sogar als Wendy auf Peter Pan.

Denn im Radio hieß es vorhin: „Streckenweise wird es hier in Deutschland in den nächsten Tagen doppelt so warm sein wie in Südafrika.“

Da ist er, der Beweis für unsere Verdammnis!  Was wird das für ein unfassbarer Temperaturanstieg sein! Während wir hier schon bei 30°C schwitzen, werden beispielsweise Kapstadt für die nächsten Tage Höchstwerte von rund 18°C vorhergesagt. Lassen Sie mich lieber nochmal schnell rechnen, was das für uns bedeutet.

Also doppelt so warm wie in Südafrika, genau, drei im Sinn, das macht dann, okay.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: 309°C!

Das sind keine rosigen Aussichten und es wird wirklich höllisch unangenehm werden, vor allem, wenn man bedenkt, dass Eiweiß ab Temperaturen von 60°C zu gerinnen beginnt.

Sie glauben, dass ich mich verrechnet habe?

Dann hilft Ihnen vielleicht diese kleine anschauliche Grafik weiter (zum Vergrößern einfach anklicken).

Was die Stimme im Radio nämlich nicht bedacht hat, ist, dass die Celsius Skala leider nicht für Multiplikationen à la „doppelt so warm“ geeignet ist, da sie keinen absoluten Nullpunkt besitzt. Temperaturangaben beziehen sich immer auf die Kelvin Skala, die die Eigenschaft besitzt, dass Temperatur (im Sinne von atomarer und molekularer Bewegung) bei 0 Kelvin einfach nicht mehr vorhanden ist. Umgerechnet und aufgerundet sind 0 Kelvin -273°C (da klage doch nochmal jemand über den letzten Winter).

Ein Blick auf die Abbildung und vor allem auf den Abstand zwischen 18°C und 36°C in Hinblick auf den Rest der Skala sollte Ihnen verraten, dass 36°C unmöglich das Doppelte von 18°C sein kann!

Noch klarer wird Ihnen die „Unberechenbarkeit“ der Celsius Skala werden, wenn Sie sich jemanden vorstellen, der im Frühling behauptet, dass es bald doppelt so warm sein wird wie an einem Tag mit einer Höchsttemperatur von 0°C. 2 mal 0, das kann eigentlich nicht sehr warm werden.

Zur Illustration vielleicht noch ein kleiner Vergleich: Angenommen, Gimli, der Zwerg aus Herr der Ringe, ist genau einen Meter groß. Er stellt sich auf eine 0,95 Meter hohe Leiter neben Legolas, der genau 2,00 Meter groß ist. Gandalf reicht Gimli einen magischen Vergrößerungstrank, der ihn um genau 5 Zentimeter wachsen lässt. Gimli reicht dann zwar an Legolas heran, doch ist er weder genauso groß, noch ist er nach der Einnahme des Tranks doppelt so groß wie vorher. Niemand käme auf die Idee, die Leiter mit in Gimlis Körpergröße zu rechnen. Und auf genau so einer Leiter steht der Nullpunkt der Celsius Skala.

Also, was können Sie daraus lernen?

Zum einen: 0°C sind 273 Kelvin. 18°C in Kapstadt wären dann 291 Kelvin. Wird es doppelt so warm, sind das 582 Kelvin, das macht 309°C!

Zum anderen: Metereologen genießen offensichtlich eine echt schlechte Ausbildung!

Oder Sie gehen davon aus, dass die Wetterleute immer Recht haben und suchen sich einen wirklich kühlen Ort. Aber Vorsicht vor Inseraten von Kühlhäusern, wenn es heißt: Garantiert doppelt so kalt, wie eine Tiefkühltruhe.

Totgesagte leben länger, sagt man. Wenn es danach geht, dann müsste den Zeitungen mittlerweile das ewige Leben so gut wie sicher sein. Es ist nicht das erste Mal, dass aus vielen Ecken prophezeit wird, dass sich eine Krise im Zeitungswesen anbahnt. Was in den Vereinigten Staaten begann und dazu geführt hat, dass nicht nur Redaktionen personell und finanziell stark beschnitten wurden, sondern dass einige renommierte und alteingesessene Tageszeitungen vor dem finanziellen Ruin standen und Konkurs anmelden mussten, wird auch in Deutschland spürbar.

Man muss nicht lange recherchieren, um festzustellen, dass  sich Tageszeitungen mit veränderten Bedingungen konfrontiert sehen. Ein Blick auf die Daten der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) reicht aus, um beispielsweise für den Berliner Zeitungsmarkt feststellen zu können, dass den Tageszeitungen innerhalb von zwei Jahren mehr oder weniger kontinuierlich die Leser davonlaufen. Lediglich der taz und der Welt konnte eine leichte Zunahme der Leserschaft attestiert werden. Die Gründe für diese Entwicklungen, die bisher bei weitem nicht ein so dramatisches Ausmaß angenommen haben, wie in den USA, werden in Medienmagazinen heiß diskutiert.

Neben den ganz offensichtlichen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise und den wegbrechenden Anzeigenschaltungen in Tageszeitungen (lesenswert) wird vor allem auch die rasantere Entwicklung des Internets als Erklärung herangezogen. Soziologen bezeichnen Medien allgemein als intermediäre Institutionen. Sie bilden sozusagen eine verbindende Schicht zwischen unterschiedlichen Sphären der Gesellschaft, indem sie das, was gesellschaftlich relevant ist, öffentlich und verständlich machen und es zum Diskurs stellen. Idealerweise und im klassischen Sinne, geht es dabei also um die reine Vermittlung von Informationen und nicht um Meinungsbildung. Es ist klar, dass dieser Anspruch nur noch selten erhoben werden kann (beispielhaft,wie sich alleine die neutralen Nachrichtensendungen heute und Tagesschau unterscheiden) und es steht auch außer Frage, dass eine rein objektive Berichterstattung, die auf jeden Kommentar, jeden kritischen Hinweis und jeden Anstoß zur Diskussion einer politischen und gesellschaftlichen Entwicklung eher hinderlich denn förderlich wäre.

Gerade was die politische Meinungsbildung angeht, sind Zeitungen nach wie vor unerlässlich. In Zeiten, in denen es keiner großen Anstrengung bedarf, zielgerichtet, neutrale Informationen aus dem Internet zu beziehen, können Tageszeitungen nicht mehr damit punkten, am nächsten Tag abzudrucken, was schon 20 Stunden zuvor bekannt wurde und mittlerweile Staub angesetzt hat. Dass den Verlagen diese Tatsache bewusst ist und sie darauf reagieren müssen, ist klar. Die Gefahr besteht jedoch darin, dass die online-Redaktionen den Printredaktionen den Rang ablaufen könnten. Sind Printredaktionen natürlicherweise an einen Redaktionsschluss gebunden, arbeitet die online-Redaktion weiter.

Die Sorge, dass die Tageszeitungen  zwar nicht vor dem Ende ihrer Daseinsberechtigung stehen, aber ein strukturelles Problem mit ihren Printausgaben bekommen könnten, erscheint daher berechtigt. Die schnelle und unproblematische Verfügbarkeit von Informationen aus dem Internet, sowie aus den regelmäßigen Radio- und Fernsehnachrichten, erweckt den Eindruck, dass Tageszeitungen nur noch als verhältnismäßig teures Begleitmedium fungieren können. Zudem sind Bild und Ton nach wie vor leichter zu konsumieren und die zunehmende Verbreitung von weiteren Formen der Web-2.0-Medien durch das mobile Internet macht auch den Zugang zu Kommentaren, Kolumnen und Diskussionen jenseits der gedruckten Meinungsseiten einfacher. Die Vielfalt der Blogs, Foren und Newsfeed-Angebote spricht zwar auf den ersten Blick für Unübersichtlichkeit, doch ist sie zu 99% kostenlos, weitgehend aktuell und flexibel und bietet die Möglichkeit des schnellen Zugriffs auf das, was man zu konsumieren wünscht.

Tageszeitungen stehen also vor einem Dilemma: Bei der Breite kostenloser Informationen können es sich die wenigsten Zeitungen leisten, ihre online-Dienste kostenpflichtig zu gestalten. Auch wenn zwar die traditionelle Bindung der Leser an ein haptisches Erlebnis beim Zeitungslesen nach wie vor besteht (der spezielle Geruch, das Anfassen, das Umblättern), wird aber bei einer gleichbleibend rasanten Verbreitung entsprechender Hardware (das iPad lässt grüßen) die Freigabe der Printausgaben der Zeitungen für den online-Bereich zu einer weiteren Abnahme der Verkaufszahlen im Printbereich führen.

Eine Lösung wäre es, aus der Not eine Tugend zu machen und einen radikalen Strukturwandel einzuleiten. Darauf zu hoffen, dass die Bindung des Lesers zum handfesten Produkt wirklich bestehen bleibt, wäre fatal. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis Produkte wie das iPad oder in Produktion befindliche eReader für eine breite Masse erschwinglich sein werden. Displays und Monitore werden mitunter schon so produziert, dass es kaum noch einen spürbaren Unterschied zum Konsum vom Papier aus gibt. Sowohl für die Print-, wie auch für die online-Ausgabe wäre ein modularisiertes Angebot denkbar. Warum soll jemand für den Sportteil zahlen, wenn er keinerlei Interesse daran hat? Gerade für die Produktion der Printausgaben wäre zwar ein modularisiertes Abonnement eine logistische Herausforderung aber durchaus eine Überlegung wert. Einem festen Kern, der Nachrichten und Lokalteil enthält, werden die bestellten Module beigefügt: Wirtschaft, Sport, Kultur, Politik, etc. Der Mantel wäre ein geeigneter Ort, um mit Schlagzeilen auch auf nicht bestellte Ressorts aufmerksam zu machen. Das Abonnement würde gleichzeitig Zugang zu exklusiven online-Angeboten gewähren, wie beispielsweise Audiodokumente (wie es die Zeit schon anbietet), Filme, Grafiken, Hintergrundinformationen, etc., die auch bequem unterwegs abrufbar wären.

Die online-Ausgabe wäre demgegenüber einfacher zu gestalten und würde auch mehr Komfort bieten. Die Hypertextualisierung – also Verlinkungen und direkte Verweise – bietet hier ein großes Potential, das gerade für das iPad verlockend ist. Mit einer sinnvollen Struktur könnten die online-Angebote, die auch der modularisierten Printausgabe zur Verfügung stehen, direkt in das Produkt eingebettet werden. Auch eine regelmäßige Aktualisierung durch die online-Redaktion müsste Teil des Angebots sein.

Die zweite Alternative wäre, dass gerade Tageszeitungen in Metropolenregionen verstärkt auf ihre Regionalität setzen und damit ein Angebot unterstreichen, das bisher kein ausgeprägtes online-Pendant gefunden hat. So können die meisten Tageszeitungen auf eine enge geschichtliche Vernetzung zwischen der Stadt und ihrem Verlagshaus zurückblicken. Diese gegenseitige Identitätsuntermauerung – Berlin macht Berliner Tageszeitungen erst zu dem, was sie sind und die Zeitungen machen Berlins Gesicht erst publik – müsste ausgebaut werden.

In beiden Fällen ist jedoch wichtig, dass die Tageszeitungen nicht einen plötzlichen Wandel ihres Charakters vornehmen. Auch ein modularisiertes Angebot muss noch immer Überraschungen parat halten und bekannt machen, womit man nicht gerechnet hat. Tageszeitungen dürfen nicht zu einer schriftlichen Form der Tagesschau des Vortages werden, wie auch im Radioeins Medienmagazin vom 29. Mai 2010 angemerkt wurde. Tageszeitungen müssen darüber hinaus in ihrem Beitrag zur politischen Meinungsbildung auch immer pluralistisch bleiben und nicht die Prinzipien des Qualitätsjournalismus über Bord werfen.

Alles in allem wird die aktuelle Zeitungskrise sicherlich nicht das Ende des Zeitungswesens einläuten, sondern über kurz oder lang wahrscheinlich eher zu einer strukturellen Änderung führen. Wie sich Tagesspiegel, Berliner Zeitung und taz innerhalb der nächsten 20 Jahre verändern werden, wird sicherlich spannend und interessant zu beobachten sein.